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Montag, 29. Mai 2017

In Bewegung


70 Jahre Katholische Frauenbewegung

70 Jahre für Frauen und ein Leben in Würde für alle. Das feierte die Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) an ihrem Gründungsort – in Maria Plain (Salzburg). kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner versprach: „Wir bleiben dran und setzen uns weiter für eine lebendige und gerechte Gesellschaft und Kirche ein“.       Ingrid Burgstaller

„Mischen wir uns immer nachdrücklicher ein, in einer Zeit, in der Armut und Ausgrenzung die Welt und Europa entzweien, Rechtspopulisten Auftrieb erhalten und Frauen einmal mehr betroffen sind, wenn sich Ängste und Hass Ventile suchen“, so Veronika Pernsteiner, die unterstrich: „Glaube ist unsere Triebfeder.“ Pernsteiner ist die mittlerweile siebente Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Unter den Festgästen waren auch ihre Vorgängerinnen Ingrid Klein, Margit Hauft und Barbara Haas sowie zahlreiche Gratulantinnen wie die Bischöfe Franz Lackner, Wilhelm Krautwaschl und Maximilian Aichern und die Präsidentin der Katholischen Aktion, Gerda Schaffelhofer.


Starke Frauen-Stimmen.
 „Ihr seid Apostelinnen“, sagte Festprediger P. Franz Helm SVD, geistlicher Assistent der kfbö, zu den versammelten Frauen aus allen österreichischen Diözesen: „Ihr seid lebendige Steine im Bau der Kirche, gebaut auf dem Fundament der Apostel und Apostelinnen.“ Weiterhin gelte es einzutreten für „Gleichberechtigung und Solidarität mit den Ausgegrenzten, für Partizipation und Vernetzung mit Gleichgesinnten.“ „Ohne das Engagement der Frauen würde das kirchliche Leben in vielen Pfarren still stehen, ohne sie wäre das Wirken der Kirche als Werkzeug der Liebe Gottes defizitär.“
Der in der Bischofskonferenz für die Katholische Aktion verantwortliche Grazer Bischof  Krautwaschl forderte die kfbö dazu auf, in Bewegung zu bleiben: „Bleibt dabei, Euch zu ändern“, appellierte er, „macht Euch auf – gehen wir miteinander“, so Bischof Krautwaschl, der bei der Jubiläumsfeier zur Freude der Frauen neues Mitglied in Österreichs größter Frauenorganisation wurde.
Als Gratulantin stellte sich in Maria Plain auch Sr. Beatrix Mayrhofer ein: „Wir Frauen sind Schwestern – mit oder ohne Schleier oder Kopftuch. Gemeinsam tragen wir Verantwortung füreinander, für Kirche und Gesellschaft“, so die Frauenordens-Präsidentin, die ermutigte: „Wir sind eine starke Stimme. Frauen können Gesellschaft verändern.“

„Treiberinnen“.
Festrednerin Regina Polak nahm das „weltweite Erstarken autoritärer, aggressiver, hegemonialer, patriarchal formatierter Männermacht“ in den Blick. Dieses fordere zu Widerstand politischer Einmischung auf Basis einer christlichen Sozialethik heraus. „Ich wünsche der Katholischen Frauenbewegung den Mut, ihren Weg weiterzugehen, aus einer christlichen Spiritualität heraus, die Beziehung meint“, sagte die Theologin. Frauen hätten sich angesichts eines weltweit wachsenden Autoritarismus auf Ebene der Zivilgesellschaft als „Treiberinnen“ einer neuen, sozial gerechten Weltordnung in biblischem Sinne bewiesen, betonte Polak; sie spielten eine „Schlüsselrolle“, wo es um alternative Lebensstile, neue Ökonomien, neue politische Ordnungssysteme im Sinne sozialer Gerechtigkeit gehe.
Christliche Spiritualität sei „das Gegengift“ gegen die Versuchungen, die aktuellen Probleme mit autoritärer Gewalt zu lösen. Die kfb habe „jede Menge Erfahrung“ mit dieser Spiritualität: „Mit dem Engagement gegen Gewalt gegen Frauen und für ihre Gleichbehandlung in Kirche und Gesellschaft, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Verteilungsgerechtigkeit im nationalen wie globalen Kontext, mit dem Praktizieren von Frauenliturgien ...“ „Mystik und Widerstand sind die Aufgabe der Stunde“, zitierte Regina Polak die evangelische Theologin Dorothee Sölle, die schon in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts vor ökonomischen und politischen Entwicklungen gewarnt hat, mit denen die Welt gegenwärtig konfrontiert ist. Dorothee Sölle widmet sich die Frauenbewegung in ihrem Jubiläumsjahr übrigens noch intensiv. Auf ihren Spurenreisen die kfb-Frauen im August nach Köln.



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