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Dienstag, 10. November 2015

Ernährungssouveränität: Dem Klimawandel entgegentreten

Klimapilgern für die Stärkung kleinbäuerlicher nachhaltiger Landwirtschaft

 [Wien, 4.11.2015, PA] Die maßgebliche Rolle kleinbäuerlicher, nachhaltiger Landwirtschaft bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels sowie der Erhaltung und Pflege von Natur und Umwelt haben dieser Tage die Klimapilgerinnen und Klimapilger im Fokus. „Dass Menschen dort, wo der Klimawandel beispielsweise Dürren oder neue Schädlinge hervorbringt, überleben können, steht vielfach damit in Zusammenhang, dass – vorwiegend – Frauen in kleinbäuerlichen Betrieben mit traditionellen Produktionsmethoden wirtschaften und so die Ernährung ihrer Familien und Gemeinden sicherstellen,“ erklärt Anja Appel, Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs und derzeit als Mitglied eines  Kernteams von  „KlimapilgerInnen“ auf dem „ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“  von Wien nach Salzburg unterwegs.


Appel verweist auf die lange Tradition von Frauen in der Durchsetzung und Sicherung von Ernährungssouveränität, die in Zeiten des Klimawandels mehr denn je von Bedeutung ist. Vandana Shiva, indische Wissenschaftlerin und soziale Aktivistin, engagiert für Umweltschutz, biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit und Frauenrechte, hat das bei ihrem jüngsten Besuch in Wien bestätigt: „Nicht die Gentechnologie kann die Welt ernähren, sondern die Frauen, die in kleinen, bäuerlichen Betrieben mit ihrem angepassten Saatgut und umweltschonenden Methoden vielfältige, gesunde Nahrung herstellen“, so Shiva.
„Nahrungssysteme, die von Frauen entwickelt wurden und auf biologischer Vielfalt basieren anstatt auf Produktion mit Agrochemikalien, bringen ein Vielfaches an Nahrungsmitteln mit besserer Auswirkung auf die Ernährung, besserer Qualität und besserem Geschmack hervor“, so Shiva weiter. Sie beschreibt damit die Erfahrung zahlreicher Projektpartnerinnen der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.

„Seit 20 Jahren fördern wir einen Wandel hin zu traditionellen Produktionsmethoden anstatt des wahllosen Einsatzes von Chemikalien auf Nutzpflanzen“, erklärt auch Cruz Dolores Benitez, Kaffeeproduzentin und Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA in Honduras: „Das gehört zu unseren Strategien, die Auswirkungen des Klimawandels zu  mildern.“ Benitez war im September zu Gast in Österreich, um den Frauenkaffee „Adelante“ zu promoten, der aus der Produktion der honduranischen und einer ugandischen Kooperative gespeist ist und von Katholischer Frauenbewegung und EZA Fairer Handel gemeinsam auf den Markt gebracht wurde.

Aus Honduras schickt die Aktivistin den KlimapilgerInnen „eine Nachricht von Mut und Kampfgeist“: „Wieder einmal konnten wir unserer Gesellschaft, unserem Land und unserer Gemeinde demonstrieren, dass wir Frauen, wenn wir zusammenhalten und das Gemeinwohl suchen, alle Schwierigkeiten überwinden können“. Infolge des Klimawandels und des damit einhergehenden Auftretens von Pflanzenkrankheiten ist  in Honduras die Kaffeeproduktion beeinträchtigt, während die Kooperative von Benitez, die auf organisch-biologische Landwirtschaft und alte Sorten setzt, weniger Schaden genommen hat. EZA Fairer Handel wird die KlimapilgerInnen am 4. November in der Zentrale in Köstendorf bei Salzburg empfangen.

Papst Franziskus unterstreicht in seiner Enzyklika „Laudato si“ die Bedeutung kleinbäuerlicher, nachhaltiger Landwirtschaft: „Es gibt … eine große Mannigfaltigkeit an kleinbäuerlichen Systemen für die Erzeugung von Lebensmitteln, die weiterhin den Großteil der Weltbevölkerung ernährt, während sie einen verhältnismäßig niedrigen Anteil des Bodens und Wassers braucht und weniger Abfälle produziert… die Verantwortungsträger haben das Recht und die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kleinproduzenten und die Produktionsvielfalt klar und nachdrücklich zu unterstützen“ (LS 129). Unerlässlich, so Franziskus, sei „ein weltweiter Konsens…, der zum Beispiel dazu führt, eine nachhaltige und vielgestaltige Landwirtschaft zu planen…“ (LS 164).



Rückfragen bei:
Mag.a Elisabeth Ohnemus
Pessereferentin
Katholische Frauenbewegung Österreichs
Spiegelgasse 3/II ∙ 1010 Wien
Tel: +43.(0)1.51552-3109 ∙ Fax: -3764
Mobil: +43.(0)664.3218936

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