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Montag, 15. November 2010

Mein Blickwinkel - Wurzeln und Flügel



Als ich kürzlich vor dem Pfarrheim in Podersdorf stand, stach mir links oben auf der riesigen Glaswand ein Spruch ins Auge:“ Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“ ( Johann Wolfgang von Goethe).
Da wusste ich, das ist das richtige Thema für meinen nächsten Artikel.
Jetzt im Herbst beginnt wieder die Arbeit mit den Kindern: In Kindergärten, Schulen und Betreuungseinrichtungen. Dort ist es für Außenstehende besonders gut zu spüren, welche Kinder gute Wurzeln haben. Diese Kinder, die von Geburt an liebevolle Eltern haben, die sie hegen und pflegen, und die in einer stabilen Familie heranwachsen, entwickeln ein gesundes Urvertrauen und Selbstwertgefühl, was sich in ihrem täglichen Verhalten widerspiegelt.
Neben der emotionalen Basis steht die Grundversorgung mit den notwendigsten Dingen wie gesunder Nahrung, ausreichender Kleidung usw. an erster Stelle. Das erscheint vielen von uns selbstverständlich, doch wir dürfen nicht vergessen, dass es nach wie vor auch hier in Österreich Kinderarmut gibt.
Ebenso wichtig ist es, unsere Kinder auf das Leben in der Gemeinschaft vorzubereiten. Sie zu lehren, was Recht und Unrecht ist. Wir Eltern sind für unsere Kinder die wichtigsten Vorbilder erst an zweiter Stelle kommen hier die Bildungseinrichtungen zum Einsatz. Es ist nicht möglich und auch nicht ihre Aufgabe, dass Kindergärten und Schulen die Erziehungsarbeit der Eltern leisten.

Die grundlegenden Elemente werden in der Familie gelegt. Dies gilt natürlich auch für unseren Glauben. Wenn wir unseren Glauben im Alltag offen leben, so wird er an unsere Kinder weitergegeben bei ihnen Wurzeln schlagen und Ihnen im Leben ebenfalls Halt geben. Wie oft höre ich „Das soll mein Kind entscheiden!“ Wie soll ein Kind beispielsweise wissen, welche Schule für es am besten ist? Kennen nicht wir unser Kind am besten und müssen nicht wir wissen, was es am besten kann, welchen Anforderungen es gewachsen ist und welchen nicht? Wie soll sich unser Kind für ein Leben im Glauben entscheiden, wenn es nie in seinem Leben etwas darüber gehört oder erfahren hat?
Und schließlich sollen wir unsere Kinder auch loslassen - ihnen Flügel schenken. Das wird uns auch gelingen, wenn wir ein gutes Fundament geschaffen haben und sie und wir wissen, dass sie jederzeit zu ihren Wurzeln zurückkehren können. Lassen wir sie ihr eigenes Leben so gestalten, wie sie es für richtig halten und konzentrieren wir uns auf unser eigenes Dasein, denn wie schön ist es, auch wieder etwas mehr Zeit für sich selbst zu haben! In diesem Sinne.
Imelda Krizan

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