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Montag, 31. Oktober 2011

Frauen – ein starkes Stück Kirche

„Frauen in der Kirche – ein starkes Stück Burgenland“ unter diesem Titel stand ein ökumenischer Nachmittag für und mit Frauen im Haus St. Stephan in Oberpullendorf.


Im Jubiläumsjahr gibt es nicht nur zahlreiche Feierlichkeiten, bei denen das Burgenland sein 90-jähriges Bestehen feiert. Auch die Frauen in der Kirche können im Rahmen des Jubiläums auf eine lange Tradition und eine ständige Weiterentwicklung zurückblicken. Beim ökumenischen Frauentreffen in Oberpullendorf erinnerten sowohl die Evangelische Frauenarbeit (EFA) sowie die Katholische Frauenbewegung (kfb) an die Anfangszeiten und den Werdegang bis heute.

EFA
„Vor 90 Jahren durften die Frauen in der Kirche noch wenig mitreden“, erzählte Susanne Hackl, Vorsitzende der EFA. „Damals bestand Frauenarbeit in der Kirche aus den drei B’s: backen, putzen, beten.“ Denn auch in der evangelischen Kirche war es nicht immer selbstverständlich, dass Frauen dieselben Aufgaben übernehmen dürfen, wie Männer. „Erst seit 1981 sind die Frauen den Männern gleichgestellt“, berichtet Friedl Steininger in ihrem Vortrag. Die erste Pfarrerin aus dem Burgenland hieß übrigens Ilse Bayer. 1940 wurde die EFA als Arbeitszweig der Kirche anerkannt, die Aufgaben waren vor allem im diakonisch-sozialen Bereich und der Seelsorge angesiedelt. Die Aufgaben der vorwiegend Ehrenamtlichen weitete sich im Laufe der Zeit immer mehr aus. Waren es zuerst vorwiegend Mütter, um die man sich kümmerte, so kamen Senioren, pflegende Angehörige, Familien und viele mehr zum Kreis der Betreuten dazu. Bekanntschaft mit der kfb machte man erst relativ spät durch das gemeinsame Feiern des Weltgebetstages.

kfb
Die kfb wurde 1952 gegründet, weshalb die kfb im kommenden Jahr auch ein Jubiläum feiern darf. Die erste ehrenamtliche Vorsitzende war Rosa Ehrlich. „Der Anfang war mühsam, aber die Frauen waren voll dabei“, erzählt Helga Kaiserseder von der kfb. Es habe dennoch einiges an Motivations- und Überredungskunst gebraucht, um die Frauen dazu zu bringen, Leitungspositionen zu übernehmen. Für die Frauen sei dies ein Novum gewesen. Durften sie davor den Altarraum nur zum Putzen betreten, sollten sie nun auf einmal die Lesung oder die Fürbitten lesen, so Kaiserseder. Deswegen habe die kfb schon früh für Schulungen und Ausbildungen für Frauen gesorgt. „Wir haben hier Pioniersarbeit geleistet“, erklärt Kaiserseder. Zur Diözesanerhebung 1960 habe es bereits in zwei Dritteln der Gemeinden eine kfb-Leiterin gegeben. Die Organisation war gut, es folgten der Familienfasttag, Bibelarbeit in den Pfarren und selbstverständlich war Bildung weiterhin ein Schwerpunkt. Heute stellen Frauen 35 Prozent der burgenländischen Ratsvikare und mehr als die Hälfte der Pfarrgemeinderäte. Mit der EFA gab es jedoch nur ein Nebeneinander anstatt eines Miteinanders. Der Beginn der ökumenischen Frauenarbeit kam erst 1984, als man erstmals gemeinsam den Weltgebetstag durchführte. Damals stellte man auch fest, dass man sehr viel gemeinsam hat.

Begegnung
„Es ist die Begegnung, die das Entscheidende ist“, meint Gabi Zarits, Diözesanleiterin der kfb. Die kfb lebe von der Basis. „In zwei Drittel der Pfarren gibt es Gruppen die sich treffen, um ihren Glauben zu vertiefen. Und von den Pfarren geht es hinauf bis auf die Österreich-Ebene. Wir sind dabei alle verbunden in Christus.“ Zarits wünscht sich für die Zukunft, dass der Glaube mehr Folgen durch Handeln haben solle. „Wir müssen uns dort einsetzen, wo Ungerechtigkeit herrscht und die Dinge beim Namen nennen, die nicht in Ordnung sind. Die Kirche hätte viel mehr zu sagen“, so die Diözesanleiterin. Die Frauen sollten sich weiters mehr in der Kirche einbringen, selbstverständlich im Rahmen des geltenden Kirchenrechts, dessen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft seien. Auch die Ökumene sei wichtig für die Zukunft. „Es gibt viel mehr Verbindendes als Trennendes und an der Basis ist die Verbindung überhaupt sehr stark.“ Mit einem stärkeren gemeinsamen Auftreten könne man die Gesellschaft verändern, zeigt sich Zarits überzeugt. Denn auch Bischof Ägidius J. Zsifkovics erklärte bei dem ökumenischen Treffen: „Ohne Frauen geht es nicht!“


Ökumenischer Gottesdienst mit Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics und Superintendent Manfred Koch (© Diözese Eisenstadt/Christoph Miehl)

Auf den Spuren starker Frauen in der Bibel (© Diözese Eisenstadt/Christoph Miehl)

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