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Mittwoch, 6. September 2017

Kfb-Reise auf den Spuren von Dorothee Sölle: „Die Politik muss in die Kirchen kommen“



180 kfb-Frauen aus allen Diözesen und einige Frauen von der Evangelischen Frauenarbeit sowie der Geistliche Assistent der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, P. Franz Helm SVD, die geistliche Begleiterin Isabella Ehart und die Vorsitzende Veronika Pernsteiner, begaben sich kürzlich auf die Spuren von Dorothee Sölle im Rahmen der 5tägigen kfbÖ-Jubiläumsreise anlässlich 70 Jahre Katholische Frauenbewegung Österreichs.


Die Intention der Reise war es, im Reformationsjahr 2017 eine herausragende evangelische Theologin näher kennen zu lernen.

Die Theologin, Poetin und Mystikerin Dorothee Sölle ist am 30. September 1919 in Köln geboren und am 27. April, zwei Tage vor dem Gedenktag der Hl. Katharina von Siena, der Patronin und Weggefährtin der kfb, im Jahr 2003 auf einer Vortragsreise in Göppingen verstorben.

Dorothee Sölle war eine unbequeme Mahnerin auch in den Reihen ihrer eigenen Kirche, sie war eine der profiliertesten feministischen Theologinnen des 20. Jahrhunderts. Sie begann die Politischen Nachtgebete in Köln als Reaktion auf den Vietnamkrieg. Als mutige Friedensaktivistin sah sie die Zerstörung der Schöpfung als eine zentrale theologische Herausforderung an.

Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, sieht in Dorothee Sölle „eine mutige, für das Evangelium widerständige Frau des 20. Jahrhunderts“:
„Dorothee Sölle hat das Evangelium ins Heute übersetzt und daraus die Konsequenzen für ihr politisches Handeln gezogen. Sie ist widerständig gewesen, auch gegen die eigene Kirche, dort, wo das Evangelium es verlangt hat. Auf das Evangelium bezogen hat sie sich gefragt: ‚Was würde Jesus zu diesem Problem heute sagen?‘ Dorothee Sölle ist ein großes Vorbild für uns Frauen, mit ihrem mutigen Auftreten und mit ihrem konsequenten Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Schöpfung. Ihr Mut äußert sich auch in ihrer kraftvollen Poesie. Sie hat uns gezeigt, wie wir unsere Kirche im Sinne Jesu weiterbauen sollen, auch gegen Widerstand, mit dem Auftrag direkt aus dem Evangelium.“
 
Zum Dorothee-Sölle-Abend in der Kölner Christus-Kirche am Dorothee-Sölle-Platz 1 hat die kfb auch die Vertreterinnen der beiden deutschen Katholischen Frauenverbände, Stv. Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds Dr. Elfriede Schiessleder (zugl. auch Landesvorsitzende des KDFB von Bayern) sowie Prof.in Agnes Wuckelt, Stv. Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eingeladen. (Siehe Foto)

Irene Franken, die Mitbegründerin des Frauengeschichtsvereins Köln hatte den Dorothee-Sölle-Abendorganisiert:
Einen Vortrag zur Geschichte des Politischen Nachtgebets in Köln (1968 bis 1972) hielt Prof.in Maria Mies, Soziologin aus Köln, Mitbegründerin des Politischen Nachtgebets und Weggefährtin von Dorothee Sölle. „Politik muss in die Kirchen kommen“, zitierte sie Dorothee Sölle in diesem Zusammenhang.
Den Hauptvortrag über Dorothee Sölle hielt Bärbel Wartenberg-Potter, von 2001 bis 2008 evang.-lutherische Bischöfin, ebenfalls Weggefährtin von Dorothee Sölle, für die sie auch 2003 die Grabrede hielt.

Dorothee Sölle wolle einer „Mystik mit offenen Augen“ das Wort reden, so Wartenberg-Potter und legte die wichtigsten Fragen von Dorothee Sölle dar:
  1. Die Frage nach Gott und die Sprache über Gott nach Auschwitz
  2. Die Frage nach Leid, Mitleiden mit den Menschen und den Sinn des Leidens
  3. Die Frage zum Hunger in der Welt
  4. Die Frage gegen die atomare Aufrüstung
  5. Die Frage zur Schöpfungszerstörung
  6. Die Frage über den mystischen Weg zu Gott und in den Tod

Dorothee Sölle hat sich stark auch mit Anne Frank identifiziert. Über das Politische Nachtgebet sagte Sölle: „Beten heißt Denken vor Gott“, ein weiteres Statement von ihr war: „Da kann man nichts machen, ist ein gottloser Satz.“
Kurz vor ihrem Tod sagte Dorothee Sölle „Ich bin zufrieden, wenn ich ein Tropfen in Gottes Meer der großen Liebe sein kann.“
Die Schauspielerin Marianne Rogee („Lindenstraße“) trug an diesem Abend Texte von Dorothee Sölle vor.

Ein weiteres eindrucksvolles Erlebnis für die große Reisegruppe war der Sonntagsgottesdienst mit P. Franz Helm SVD in der Klosteranlage Heisterbach. Reiseteilnehmerinnen haben im Kyrie ihre Klagerufe zu politischen Themen unserer Zeit formuliert: Leihmutterschaft war genauso ein Thema wie Klimawandel oder Menschenhandel.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen an der kfbÖ-Jubiläumsreise waren voll Begeisterung, es gab viele Anfragen nach einer weiteren Reise.

Das kommende Jahresthema der kfb, "Frauen.Leben.Stärken" wurde mit dieser Jubiläumsreise auf beeindruckende Weise eingeläutet.


Text: Veronika Pernsteiner, M.A.
Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
4.9.2017

Foto-Beschreibung v.l.n.r.:
1. Foto: Gruppenfoto im Hotel Maritim in Köln
2. Foto: Irene Franken (Frauengeschichtsverein Köln), Isabella Ehart (geistliche Begleiterin der kfbÖ), Veronika Pernsteiner, Prof.in Maria Mies (Soziologin , Friedens- und Ökologieaktivistin), Schauspielerin Marianne Rogee (Sprecherin der Sölle-Texte), Bärbel Wartenberg-Potter (Vortragende),  Frau Rosenberg  (Saxophonistin)
3. Foto: vor der Christuskirche in Köln: Eva Oberhauser (Stv. Vorsitzende der kfbö), Elfriede Schiessleder (KDFB), Agnes Wuckelt (kfd), Veronika Pernsteiner 

Frauen.Leben.Stärken

 

Zwei Frauen der Katholischen Frauenbewegung (kfb) der Diözese Eisenstadt nahmen an der Sommerstudientagung, eine Weiterbildungswoche der Frauenbewegung Österreichs in Knappenberg/Kärnten teil. Der neue, zweijährige kfb-Themenschwerpunkt „Frauen.Leben.Stärken.“ stand dabei im Mittelpunkt und wurde unter den 70 kfbö-Teilnehmerinnen diskutiert.

Die drei zentralen Inhalte, die mit Vorträgen und Workshops, etwa im Bereich Schauspiel und Humor, bearbeitet wurden, waren: Frau und Politik, Frau und Gesundheit, Frau und Kirche.
Univ.-Prof. Gabriella Hauch, Professorin für Geschichte der Neuzeit, Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Wien gab einen Einblick in die historisch, durch Gesetze festgelegten Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Österreich bis zur Zweiten Republik, deren Auswirkungen bis heute spürbar seien.
Starke Frauen und ihre Lebensbücher standen im Mittelpunkt des Themas Frauen und Kirche. So berichtete etwa Elisabeth Rathgeb, seit 13 Jahren Seelsorgeamtsleiterin der Diözese Innsbruck und damals die erste Frau österreichweit in dieser Funktion, von ihren Erfahrungen und den Herausforderungen als Leitungsfrau in der katholischen Kirche.
Getragen wurde die Tagung von intensiven, inspirierenden Liturgien und Gottesdiensten, sowie der stärkender Frauengemeinschaft.

Inhaltliches zum Schwerpunkt „Frauen.Leben.Stärken.“
Von Beginn an ist es die Aufgabe der Katholischen Frauenbewegung, Frauen in ihren vielfältigen Lebenssituationen zu stärken und zu unterstützen. Indem wir Räume öffnen, in denen sich Frauen begegnen können, sich vernetzen und einander ermutigen. Indem wir Zugänge zu einer christlichen Spiritualität erschließen, die sich am Evangelium orientiert und ein gutes Leben für alle will. Indem wir Frauen ermächtigen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten, hier und in den Ländern des Südens. Indem wir öffentlich für unsere Werte eintreten. Indem wir die Kraft des Miteinanders zur Gestaltung von Kirche und Gesellschaft nutzen.

Dienstag, 4. Juli 2017

Mehr als Meer ...



Liebe Freundinnen der kfb!
  
Wieder neigt sich ein ereignisreiches, arbeitsintensives aber auch von vielen schönen Begegnungen begleitetes Arbeitsjahr dem Ende zu.

Bevor wir jetzt alle in die wohlverdiente Sommerpause gehen möchte ich für die Leidenschaft und den persönlichen Einsatz in der kfb ein herzliches DANKE sagen! All unser Engagement kommt aus unserem Glauben, der uns verbindet und Kraft gibt.

Eine jede von uns wird für sich selbst definieren, was den idealen Urlaub ausmacht: Reisen, baden, lesen, wandern, pilgern, Wellness und vieles mehr.

Ich wünsche uns für den Sommer eine erholsame und entspannte Zeit  und das wir das „Mehr als Meer“ für uns finden, damit wir dann daraus gestärkt für das neue Arbeitsjahr, viele glückliche Momente in unserer Arbeit in der kfb erleben dürfen.


Komm, leg die Sorgen beiseite
und lass die Sonne scheinen –
in Deinem Gesicht!
Denk nicht: Ein schöner Urlaub heißt
weit verreisen und viel Geld ausgeben.
Es gibt genug Leute, die nach dem Urlaub
enttäuscht, ausgenommen und übermüdet
wieder in ihren Alltag zurückkehren.
Sie haben sich die ganze Zeit abgehetzt…


Sie sind ganz weit weg gewesen,
und sie haben viel zu viel und nichts wirklich gesehen,
und nirgends sind sie zur Ruhe gekommen.

Ein guter Urlaub heißt: frei von der Uhr,
frei von allem Druck und jeder Hetze,
ohne Chef (ausgenommen den himmlischen),
unbeschwert schöne Dinge des Lebens genießen.
Ein guter Urlaub heißt: heiter und zufrieden sein
und auch die Menschen nicht vergessen,
die niemals Urlaub haben.

Vielleicht liegt Dein schönster Urlaub
ganz dicht an deiner Tür,
wo jemand auf ein bisschen Freude wartet
und auf eine Hand voll Glück.
                                               <Phil Bosmans>

Auf ein Wiedersehen freut sich 

 





Diözesanleiterin der kfb
 

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